Startvorgang eines Rechners
Einer der wichtigsten Funktionen beim Startvorgang ist der POST-Prozess (Power On Self-Test). Er ĂŒberprĂŒft beim Starten ob die grundlegenden Komponenten funktionieren. Der POST-Prozess meldet allfĂ€llige Fehlfunktionen mit einer Bildschirmausgabe oder mit Piepstönen.
BIOS
BIOS ist die AbkĂŒrzung fĂŒr (Basic Input Output System). Hierbei handelt es sich um eine sogenannte Firmware auf dem Mainboard, die es erlaubt Systemeinstellungen des Mainboards anzupassen und Treiber fĂŒr das Starten des Betriebssystems zuladen. Das BIOS ist zwar noch hĂ€ufig in Ă€lteren Computern verbreitet, wird aber zunehmend durch das modernere UEFI ersetzt.
UEFI
Das UEFI (Unified Extensible Firmware Interface (englisch fĂŒr vereinheitlichte erweiterbare Firmware-Schnittstelle)) beschreibt die zentrale Schnittstelle zwischen der Mainboard-Firmware und den einzelnen Komponenten eines Rechners sowie dem Betriebssystem. Ein Bestandteil aktueller UEFI-Versionen ist Secure Boot, das das Booten auf vorher verifizierte und signierte Bootmedien beschrĂ€nkt und so Schadsoftware oder andere vom Benutzer unerwĂŒnschte Programme am Starten hindert. Weitere Vorteile von UEFI sind: âą Schnelleres Aufstarten dank Integration von Treibern, welche dann nicht mehr vom Betriebssystem geladen werden mĂŒssen âą UnterstĂŒtzung einer hochauflösenden grafischen BenutzeroberflĂ€che mit Animationen, welche auch mit der Maus bedienbar ist. Auch ist meistens eine grafische LĂŒftersteuerung vorhanden.
UEFI ist "kompatibel" zu Ă€lteren BIOS-Versionen ĂŒber CMS (Compatibility Support Modul), da nicht alle Betriebssysteme und Computer voll UEFI-fĂ€hig sind. Dieser Modus stellt allerdings nur einen Kompromiss zwischen "nur UEFI" und "nur BIOS" dar. Oft fĂŒhrt diese Einstellung zu Problemen besonders beim Bootvorgang und sollte möglichst zum Wohle eines stabilen Computersystems vermieden werden.
UnterstĂŒtzung von Festplatten mit mehr als 2 Terabyte beim "booten".
Bei einigen Mainboards ist dank UEFI auch ein "Downgrade" (ZurĂŒckstufung der Firmwareversion auf eine frĂŒhere Version) und eine Firmwarewiederherstellung bei Upgrade-Fehlern per Knopfdruck möglich.
Windows 11 lÀsst sich ohne "Registry-Hacks" oder andere Tricks nur im UEFI-Modus installieren.
Die nach folgende Grafik veranschaulicht den Boot-Vorgang in den verschiedenen Modi:
Bootloader
Als Bootloader oder Bootmanager bezeichnet man die Startroutinen eines Betriebssystems, in denen festgelegt ist, welches Betriebssystem "wie startet". In Windows 11 wird diese Routine meistens "Windows-Bootmanager" genannt und unter Ubuntu heisst der Bootloader "Grub". Grub, liegt aktuell als Version 2 vor. In Ă€lteren Computersystemen wird bzw. wurde zum "Booten" eines Betriebssystems von einem DatentrĂ€ger die sogenannte "MBR"-Variante benutzt. MBR steht fĂŒr (Master Boot Record (Starteintrag am Anfang der Festplatte)). Den MBR konnte man relativ einfach Ă€ndern und nach versehentlichem Löschen wiederherstellen.
In modernen Systemen mit UEFI gibt es diesen MBR-Eintrag nicht mehr. Hier gibt es fĂŒr jedes installierte Betriebssystem eine sogenannte "EFI Boot-Partition". In diesen Boot-Partitionen sind die Start-Optionen fĂŒr die einzelnen Betriebssysteme eingetragen.
Das Anlegen der EFI-Partitionen passiert automatisch durch die Installationsroutinen der entsprechenden Betriebssysteme.
In Dual-Boot Systemen mit Windows 10/11 und Ubuntu hat die UEFI-EinfĂŒhrung allerdings ein Problem geschaffen. Installiert man zuerst Ubuntu und dann Windows 10/11, so erkennt Windows mit seinen Bordmitteln nicht das Linux-Betriebssystem.
Um mit diesen Betriebssystemen ein "Dual Boot"-System einzurichten ist es notwendig erst Windows und dann Ubuntu zu installieren, denn Ubuntu erkennt, wie die meisten aktuellen "Linux"-Distributionen, Windows als bereits vorhandenes Betriebssystem.
Die Grafik zeigt das Beispiel einer Windows Partitionierung, wobei gilt: RECOVERY --> Wiederherstellung-Partition SYSTEM --> EFI Boot-Partition MSR --> Bitlocker - EintrÀge WINDOWS --> Windows Betriebssystem