Umgang mit elektronischen Geräten und Komponenten
ESD und Theorie von elektrischen Ladungen
Ein grosses Problem in der Elektronikindustrie sind Defekte, welche durch unsachgemässes Handling verursacht werden. Gerade in Stresssituationen kommt es oft vor, dass zu wenig vorsichtig mit der Hardware umgegangen wird. Die Folgen davon sind oft langwierige und kostspielige Reparaturarbeiten. Ein immer wiederkehrender Begriff in diesem Bereich ist „ESD“. Diese elektrostatische Entladung (englisch: ElectroStatic Discharge) entsteht durch grosse Potentialdifferenzen. Jeder kennt dies bei einem Gewitter. Ein Blitz enthält eine sehr hohe Energiedichte von mehreren hunderttausend Volt und somit auch starken Strömen. Ein Blitz kann zum Beispiel Bäume, Menschen oder sogar Häuser schädigen. Auch bei kleineren Entladungen können im Alltag Funken oder Durchschläge entstehen, die an einem elektrischen Gerät einen kurzen, hohen elektrischen Spannungsimpuls bewirken und dabei unter ungünstigen Umständen eine elektrische Komponente schädigen können. Man bedenke dabei, dass z.B. elektronische Bauteile in einem modernen Prozessor Strukturen besitzen, die dünner als ein menschliches Haar sind. Ein aktueller Prozessor besteht aus über 10 bis 20 Milliarden Transistoren. Ursache der Potentialdifferenz ist meist eine Aufladung durch Reibungselektrizität. Reibungselektrizität tritt z. B. auch beim Laufen über einen Teppichboden auf, wobei ein Mensch auf ca. 30.000 V aufgeladen werden kann.

Elektrostatische Ladung ist vorhanden, wenn an einer Materialoberfläche ein Überschuss (negative Ladung) oder ein Mangel (positive Ladung) an Elektronen herrscht. Dieses Ladungsungleichgewicht entsteht durch Reibung und Trennung zweier sich berührender, isolierender Materialien (Reibungselektrizität) oder durch das Einwirken eines elektrischen Feldes auf einen Körper (Influenz).

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